Luftgewehr-Hessenliga700 Zuschauer beim Finale in Niederaula
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Volle Zuschauerränge beim Finale der Luftgewehr-Hessenliga
in der Großsporthalle in Niederaula. Mehr als 700 Besucher wurden über den
Tag verteilt gezählt. Sie erlebten spannende Wettkämpfe – bis zum
letzten Schuss. Natürlich fieberte der Grossteil der Besucher mit den
Athleten der ausrichtenden SG Mengshausen. Jeder
Treffer der heimischen Sportler im Zentrum der zehn Meter entfernten Scheibe
wurde euphorisch gefeiert. „Sollte Mengshausen
in die Bundesliga aufsteigen, dann können sie hier anbauen“, meinte ein
Besucher. Der Platz für die Zuschauer würde dann nicht mehr ausreichen. So
weit ist es aber noch nicht. Am Sonntag bestritten nur die Teams der
Luftgewehr-Hessenliga ihre letzte Wettkampfrunde der Sportsaison 2009/2010
– und Gastgeber Mengshausen stand schon vor
dem Abschlussmatch als Gesamtsieger fest. |
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Fotos von den Ligafinals finden Sie unter
Aktuelles |
Der Druck ist groß
„Es ist schon etwas Besonderes vor heimischen
Zuschauern aufzutreten“, hatte Manuela Schmermund schon tags zuvor beim
Präventionstag Sport statt Gewalt erklärt. Der Druck, vor eigenem Publikum zu
enttäuschen, sei groß. Doch diese Sorgen waren umgegründet. Die Mengshäuser verkauften sich hervorragend – echt
meisterlich. Mit 5:0 gewannen sie das Abschlussmatch gegen den Frankfurter SK
Oberforsthaus. In umgekehrter Reihenfolge wurde die Spannung von Durchgang zu
Durchgang gesteigert. Im ersten Vergleich musste Victoria Eichler
für Mengshausen auf der fünften Position gegen die
Frankfurter Nachwuchshoffnung Florian Stratmann antreten. Die Hotelfachfrau
gewann die Eröffnung mit 375:371. Auf 2:0 für die Gastgeber erhöhte Monika
Reiser. Die Studentin setzte sich gegen Holger Rexrodt mit 378:374 durch. In
Zugzwang kam Manuela Schmermund im dritten Einzel. Ihr Gegner Frank Menzer hatte
im Eilzugtempo 381 Ringe vorgelegt. Die musste die Paralympicssiegerin
in der Verfolgung überbieten. Mit einer tollen Konzentrationsleistung und
angetrieben vom Publikum gelang ihr dies mit 384 Ringen. |
Vergleich der Generationen
Das vorletzte Einzel auf der zweiten Position war einer
der Höhepunkte des Ligatages: die Begegnung Michelle Horst gegen Carmen
Giese. Das war ein Wettkampf der Generationen, eine 21-Jährige gegen eine
44-Jährige, eine Studentin der Betriebswirtschaft gegen eine Diplom-Betriebswirtin,
eine Ex-Europameisterin gegen eine ehemalige Olympiateilnehmerin und
Weltrekordlerin sowie der Vergleich vor zwei Sportlerinnen des Jahres im
Landkreis Hersfeld-Rotenburg und im Hessischen Schützenverband. Allein wegen
dieser Begegnung waren mehrere Zuschauer in die Großsporthalle in Niederaula
gekommen, darunter Carmen Gieses ehemaliger Jugendtrainer Gerhard Heußner aus ihrem Heimatort Ronshausen. Auch Heinrich
Barth, Ehrenvorsitzender des Schützenkreises Hersfeld, freute sich über ein
Wiedersehen mit der ehemaligen Nationalkadersportlerin, die zu Beginn der
80er-Jahre bei ihm im Gaubezirkskader trainierte. Im Wettkampf selbst wurde
schnell klar, wer dieses Match dominiert. Michelle Horst ging in Führung und
setzte sich am Ende auch mit der Tagesbestleistung von 390 Ringen zum vierten
Einzelsieg für Mengshausen durch. Carmen Giese
beendete die Begegnung mit einer 7,9, ein Ausrutscher, der ihr noch nie
passiert sei, wie sie kopfschüttelnd nach dem Wettkampf feststellte. „Eigentlich
muss ich froh sein, dass es noch eine Sieben war. Der Treffer hätte auch im
Weißen landen können. Ich habe abgezogen, ohne durchs Diopter zu
schauen“, wunderte sich die langjährige Nationalkadersportlerin selbst
über ihren Lapsus. Das Endergebnis von Carmen: 381 Ringe. Damit blieb sie um
vier Zähler unter ihrem Saisonschnitt von 385. |
In drei Stunden von München zum Ligafinale
Das letzte Einzel für Mengshausen gewann die 16-jährige Jaqueline Orth. Die deutsche Jugendmeisterin war erst kurz vor dem Start von der EM-Ausscheidung des Deutschen Schützenbundes in München zurückgekehrt, wo sie am Morgen noch den letzten Wettkampf und das Finale bestritten hatte. Trotz der Strapazen überzeugte sie im Abschlussmatch gegen den Frankfurter Michael Malkowski mit 389:376 Ringen. Dazu schrieb die örtliche Tageszeitung: „Als Michelle Horst das erste Mal ansetzte, kam ihr Vater gerade in die Halle. Burkhard Horst hatte Jaqueline Orth und Patrick Seyfarth im Eiltempo mit dem Auto von der EM-Qualifikation aus München abgeholt. Die „rasante Fahrt", so Jaqueline Orth, hatte sich gelohnt. Mit 389 Ringen holte die Niederaulerin den letzten Punkt. „Normalerweise ist mein Schnitt höher. Aber ich kann nicht sagen, ob es die Doppelbelastung durch das Qualifikation in München oder die Nervosität war", sagte die Top-Schützin. Jetzt wollen sich die Mengshäuser im Aufstiegskampf die Krone aufsetzen. Orth: „Wir werden unser Bestes geben." |
Siegerehrung im Goldregen
Bei der Siegerehrung durch den Landesjugendleiter des
Hessischen Schützenverbandes, Stefan Rinke, war in
der Mengshäuser Mannschaft noch ein weiterer
Sportler dabei: Patrick Seyfarth. Der deutsche
Juniorenmeister konnte das Ligafinale im Gastgeberteam wegen der Teilnahme an
der EM-Ausscheidung in München nicht bestreiten. Als Erster der Hessenliga
qualifizierte sich Mengshausen für die Teilnahme an
der Ausscheidung zur Luftgewehr-Regionalliga West am 14. Februar in Bad
Homburg vor der Höhe. Ebenfalls dabei ist der Zweite der Hessenliga, das Team
Erbach, das in Niederaula das Verfolgerderby gegen Titelverteidiger Biskirchen (beide aus dem Lahn-Dill-Kreis) mit 3:2
gewann. |
Krimi um Rang zwei
Beide Teams lieferten sich einen spannenden Wettkampf
– sprichwörtlich bis zum letzten Treffer. In den ersten vier Runden
waren Jan-Niklas Michel und Stephanie Heun für
Erdbach und Rene Wüstenhöfer und Nils Knapp für Biskirchen erfolgreich. Die Enrscheidung
musste nun im Abschlussmatch zwischen Sportlerinnen im C-Kader des Deutschen
Schützenbundes fallen. Die für Biskirchen startende
Anne Becker beendete als Erste den Wettkampf. Ihr Ergebnis: 386 Ringe.
Fabienne Plaum hatte zu diesem Zeitpunkt erst ihre
letzte Zehnerserie begonnen. Nach der Hochrechnung lag sie mit zwei Zählern
in Führung, wenn sie ihre letzten Treffer alle im Scheibenzentrum der Zehn
absetzen würde. Das gelang ihr unter der Anspannung und der Anfeuerung der
Zuschauer und Mannschaftskameraden bis zur letzten Runde. Eine Neun war das
Abschlussresultat, doch das reichte für den Erdbacher
Sieg. Nun erst kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Fabienne Plaum wurde geherzt und gedrückt – und durfte zur
Erleichterung erst mal einen Schluck aus der Flasche nehmen. |
Absteiger Windecken
Weniger spektakulär verliefen die beiden übrigen
Wettkämpfe. Schlusslicht und Absteiger Windecken (Kinzig-Wetterau)
unterlag Rai-Breitenbach mit 1:4, und den Vergleich
der möglichen Relegationsteilnehmer gewann Weiher aus dem Odenwald gegen
Großenhausen bei Gelnhausen mit 3:2. Weil Großenhausen nur mit vier Schützen
angetreten war – Elke Reus war nicht zum
vereinbarten Treffpunkt bei der Abfahrt gekommen und hatte sich auch nicht
mehr gemeldet – wurde der Wettkampf mit 0:5 für das Team aus der Nähe
von Gelnhausen gewertet. Bei der Siegerehrung gab es noch eine Überraschung:
Die zehn besten Athleten des Ligatages erhielten Preise von der Firma Lapua, die ausrichtende SG Mengshausen
sogar noch einen Anerkennungsbetrag in Höhe von 350 Euro. |
Prominenz auf der Tribüne
Das waren gleich mehrere Präsidiumsmitglieder des
Hessischen Schützenverbandes: Vizepräsident Erhard Häuser, der mit seiner
Großenhausener Mannschaft fieberte, Landesschatzmeister Reinhard Herz,
Landessportleiter Dieter Heiderich und Landesjugendleiter Stefan Rinke. Der Deutschen Schützenbund war durch den
stellvertretenden Bundessportleiter Gerhard Furnier vertreten, der Deutsche
Behinderten-Sportverband durch den Abteilungsleiter Sportschießen, Olaf
Lenker, und dem Bundestrainer Uwe Knapp vertreten. Beide gehörten zum
Mitarbeiterstab der SG Mengshausen. Unter den
Besuchern waren auch örtliche Repräsentanten: vom Landkreis
Hersfeld-Rotenburg die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz
und vom Sportkreis Hersfeld-Rotenburg der Erste Vorsitzende Paul Mähler und
sein Stellvertreter Klaus Ronkowski. |
Luftpistole-Hessenliga: Abschlussniederlage für
Meisterteam
Hegelsberg Vellmar musste sich
nicht mehr anstrengen. Die Mannschaft stand schon vor dem Ligafinale in der
Baunataler Großsporthalle als Meister der Luftpistolen-Hessenliga fest.
Entsprechend verlief auch das Abschlussmatch vor eigenem Publikum. Der
Spitzenreiter sich eine nicht erwartete 2:3-Niederlage gegen den
Abstiegskandidaten Dietzenbach ein. Die Südhessen haben im Abstiegskampf
gegenüber dem Tabellen-Vorletzten Großenhausen und Schlusslicht Melsungen nun die deutlich besseren Karten. In der Hegelsberger Mannschaft brachten nur die Schützen auf den
letzten beiden Positionen ihre Einzel durch. Kim Richter besiegte den
Dietzenbacher Robert König mit 357:340, und Hubert Hartmann setzte sich
überlegen gegen Wolfgang Keil mit 367:334 durch. Überraschend verlor Leo
Berner das erste Einzel gegen Christof Zimmermann mit 363:364. Das war die
schwächste Saisonleistung des mehrfachen Hessenmeisters. Unter ihrem
Leistungsniveau blieben auch Christian Hollstein
(359:361 gegen Robert Pfütze) und Sabine Ullrich (356:358 gegen Thomas
Eckert). |
Falken-Gesäß behauptet Vizerang
Von Bedeutung in der Schlussrunde in Vellmar waren die
Ergebnisse der beiden Verfolger. Falken-Gesäß besiegte Melsungen
mit 4:1 und sicherte sich damit endgültig den Vizerang. Der ist wichtig für
die Ausscheidung zur Luftpistole-Regionalliga West, die am 14. Februar in Bad
Homburg vor der Höhe ausgetragen wird. Hessen wird demnach von Hegelsberg Vellmar und Falken-Gesäß vertreten. Für
Schlusslicht Melsungen bedeutet
die sechste Saisonniederlage das Aus in der hessischen Eliteklasse und der
Abstieg in die Oberliga Nord. Die besten Einzel in der Begegnung Melsungen gegen Falken-Gesäß: Aaron Sauter
377, Andreas Fix 373, Mathias Fink (Alle Falken-Gesäß) 368 und Dieter Busch (Melsungen) 368. |
Butzbach auf dem dritten Rang
Das Team aus der Wetterau wahrte seine Chance durch einen 4:1-Abschlusserfolg gegen Mengerskirchen. Dieser fünfte Saisonsieg brachte Butzbach den dritten Tabellenplatz hinter der punktgleichen Mannschaft des SV Falken-Gesäß – nur getrennt durch einen Einzelsieg in der Endabrechnung. Die besten Einzel in diesem Abschlussmatch: Jonatan Wolf (Mengerskirchen) 379 und Ralf Meißner (Butzbach) 368. Den vierten Wettkampf der Schlussrunde verlor Großenhausen gegen Wolfhagen mit 2:3. Die besten Einzel: Stephan Trippel (Großenhausen) 375, Stefan Duplois 371 und Christian Schubert (beide Wolfhagen) 366. Die Meistertrophäe überreichte dem Gesamtsieger Hegelsberg Vellmar nach Wettkampfschluss der Landesschatzmeister
des Hessischen Schützenverbandes, Reinhard Herz aus Baunatal. |
Recurvebogen-Hessenliga: Bad Wildungen vorn
Am dritten Wettkampftag in der Recurvebogen-Hessenliga
in Niederflorstadt eroberte Bad Wildungen den
ersten Tabellenplatz. Das Team aus der nordhessischen Badestadt gewann sechs
der sieben Wettkämpfe. Das Team mit Helga Jäger, Achim Nikolaiczek,
Silvia Viehmeier und Robert Mlitzko überholte durch
die Ausbeute von 12 Punkten die bisher führenden Mannschaften Meerholz und
Gießen, die beide nur jeweils vier Siege in den sieben Wettkämpfen
verbuchten. Die letzte Wettkampfserie wird 7. Februar in Laufdorf ausgetragen.
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Compoundbogen-Hessenliga: Hochtaunus vergrößert Vorsprung
Der Spitzenreiter aus dem Taunus hat am dritten
Wettkampftag in Nieder-Florstadt seinen Vorsprung auf vier Punkte vergrößert.
Das Team mit Gerold Müller, Julian Scriba, Valentino
Just und Janine Meißner überzeugte mit sechs Siegen. Der erste Verfolger
Rüsselsheim brachte es nur auf fünf. Besser war die Bilanz des Dritten. Böddiger beendete die dritte Wettkampfrunde fünfmal als
Sieger, einmal gab es ein Unentschieden. |
Ergebnisse im Internet
Alle Einzel- und Teamergebnisse gibt es im Internet auf den Seiten des Hessischen Schützenverbandes unter www.hess-schuetzen.de unter Sport, Sportveranstaltungen und Ligawettbewerbe. Herbert Vöckel |