HSV-Gesamtvorstand in Willingen

Bildung im Sport

Umfangreich ist das Bildungsangebot des Hessischen Schützenverbandes. Es reicht von der Sachkundeprüfung über die Sportleiterbefähigung bis hin zur Trainerausbildung der Lizenzstufen C 1 (Basis) und C 2 (Leistungssport). Zum Bildungskonzept gehören auch die Fortbildungen zur Lizenzverlängerung und die Ausbildung zum Wettkampfrichter (Schiedsrichter). Alle Bildungsangebote sind nach den Vorgaben des Deutschen-Olympischen Sportbundes (DOSB) konzipiert und entsprechen den Anforderungen des Landessportbundes Hessen, erklärte Hans-Heinrich von Schönfels. Der Vizepräsident des Hessischen Schützenverbandes stellte die Lehrgänge und Seminare im Sportjahr 2010 in der Herbstversammlung in Willingen (Kreis Waldeck-Frankenberg) den Mitgliedern des Gesamtvorstandes vor. „Bildung ist mehr als das Lernen des Einmaleins in der Schule“, betonte Hessens Schützenpräsident Klaus Seeger. Im Sportverein würden Kinder und Jugendliche soziales Verhalten lernen. Sie könnten sich auch in der Übernahme von Pflichten üben. Das sei gelebte Solidarität, die unsere Gesellschaft mehr denn je benötige.  

Fotos von der Herbstsitzung des Gesamtvorstandes finden Sie unter Aktuelles

Bildungsangebot der Schützenjugend

Ein eigenes Bildungsangebot für die Schützenjugend stellte Landesjugendleiter Stefan Rinke in der Herbstversammlung in Willingen vor. Der Einstieg erfolgt nach seinen Worten mit dem Erwerb der „Juleica“ (Jugendleiter-Card) in den Abstufungen Junior-Partner für 14- bis 17-Jährige, Junior-Master 1 für 15- bis 17-Jährige und Junior Master 2 für 18-Jährige und älter. Diese Ausbildung werde im Zusammenwirken mit der Sportjugend Hessen angeboten. Weitere Bildungsprojekte der Hessischen Schützenjugend: Erwerb der Jugend-Basis-Lizenz und Ausbildung zum Sportleiter sowie zum Jugendleiter der Lizenzstufe eins. Alle Bildungsangebote des Hessischen Schützenverbandes und der Hessischen Schützenjugend werden im Internet unter www.hess-schuetzen.de veröffentlicht.

Vier Bogenvereine ausgeschlossen

Das war der unangenehmste Teil der Herbstversammlung in Willingen. Fünf Bogensportvereine des Hessischen Schützenverbandes hatten sich einem Konkurrenzverband abgeschlossen, der nicht im Sport integriert ist und auch dem Landessportbund Hessen nicht angehört. Das ist mit der Verbandssatzung nicht vereinbar. Ein Verein hat zum 1. September seine Mitgliedschaft in dem Konkurrenzverband beendet. Die anderen vier wurden ohne Gegenstimme in den getrennten Abstimmungen vom Gesamtvorstand ausgeschlossen. Sie verlieren damit auch ihre Mitgliedschaft im Landessportbund Hessen, einschließlich der damit verbundenen Sportförderung und dem Versicherungsschutz.

Erfolgsgeschichte Online-Datenbank

Die Mitglieder- und Wettkampfpassverwaltung des Hessischen Schützenverbandes erfolgt seit einem Jahr über eine so genannte Online-Datenbank im Internet. Dieses Projekt ist erfolgreich angelaufen, berichtet Präsident Klaus Seeger in der Herbstssitzung. Von den 1120 Vereinen des Sportfachverbandes nutzen nur 30 dieses Angebot der Datenpflege, der An- und Abmeldung von Mitgliedern und von Wettkampfpässen noch nicht. Sie weirden weiterhin in herkömmlicher Form bedient. Ab dem 16. Oktober wird das Angebot im Internet erweitert. Die Vereine können ab diesem Zeitpunkt dann auch ihre Sportlermeldungen für die Kreismeisterschaften 2010 über die Online-Datenbank vornehmen, kündigte Landessportleiter Dieter Heiderich an, der den Mitgliedern des Gesamtvorstandes das Sportprogramm 2010 vorstellte. Das wird ab November im Internet auf den Seiten des Hessischen Schützenverbandes veröffentlicht.

Neue Wege der Kommunikation

Ein neues Kommunikationskonzept stellte Präsident Klaus Seeger den Mitgliedern des Gesamtvorstandes vor. Das war vom Verbandspräsidium in Zusammenarbeit mit Fachreferenten erarbeitet worden. Das Konzept sieht vor, dass die Hessische Schützenzeitung im nächsten Jahr als offizielles Verbandsorgan in Papierform ausläuft und nur noch als Internetangebot zur Verfügung stehen soll. Im diesem Zusammenhang soll die Internetpräsentation des Verbandes dem derzeitigen Stand der Technik und Entwicklung angepasst werden. Das neue Kommunikationskonzept muss noch von den Delegierten beim 59. Hessischen Schützentag am 11. April 2010 in Usingen/Taunus abgesegnet werden.

Ehrungen

Vom Landessportbund Hessen wurden verdiente Mitglieder des HSV-Gesamtvorstandes in der Herbstsitzung geehrt. Die höchsten Auszeichnungen, die Ehrennadeln in Gold, erhielt Kreis- und Gauschützenmeister Helmut Lein (Weilmünster). Ferner wurden ausgezeichnet: die Kreisschützenmeister Edgar Menke (Trendelburg/Hofgeismar), Roswitha von der Ehr (Bad Orb/Gelnhausen) und Jürgen Haage (Glashütten/Hochtaunus). Für seinen langjährigen Einsatz im Sportverband der Schützen würde der ehemalige Vorsitzende des SSV Adorf, Martin Kranke, mit der Verbands-Ehrennadel in Gold des Hessischen Schützenverbandes ausgezeichnet. Offiziell verabschiedet wurde die im April aus dem Präsidium ausgeschiedene Landesjugendleiterin Margarethe Rosenbusch. Sie konnte wegen der Geburt ihres zweiten Kindes zu der Zeit am 58. Hessischen Schützentag in Rotenburg nicht teilnehmen. Präsident Klaus Seeger überreichte der ehemaligen Mitarbeiterin im geschäftsführenden Verbandsvorstand ein Erinnerungspräsent und zum Abschluss der Tagung auch noch einen Blumenstrauß.

Schützenkönig Thomas Hartmann

Am Vortag der Herbsttagung hatte der Gesamtvorstand die sportliche Tradition der Schützen fortgesetzt und einen Schützenkönig auf der Sportstätte des SSV Adorf in der Gemeinde Diemelsee ermittelt. Nach vier Stunden Wettkampf stand der Titelträger fest: Thomas Hartmann (Krofdorf-Gleiberg) hatte mit dem 269 Schuss den aus Holz geschnitzten Königsvogel von der Stange geholt. Für den Landesreferenten Laufende Scheibe es innerhalb von zwei Jahren der zweite Königstitel. Den ersten hatte Hartmann 2007 bei der Herbstsitzung in Wetzlar-Hermannstein errungen. Auch bei seinem Heimspiel im Vorjahr in Krofdorf-Gleiberg ging der erst seit zwei Jahren als Landesreferent tätige Titelverteidiger nicht leer aus. Er errang die Ehrenscheibe. Die sicherte sich diesmal Gauschützenmeister Olaf Egert (Korbach/Waldeck-Frankenberg). Beim Schießen um die Insignien waren die Gauschützenmeister Helmut Lein (Weilmünster/Lahn-Dill) als Kronenritter und Franz-Josef Kerber (Groß-Zimmern/Starkenburg) als Apfelritter sowie HSV-Ehrenmitglied Hans Bernhardt (Driedorf/Dillenburg) als Zepterritter erfolgreich. Die Proklamation der neuen Titelträger nahm Präsident Klaus Seeger gemeinsam mit Kreisschützenmeister Wilfried Becker als Schießleiter des Königsschießens und dem vorjährige Schützenkönig Friedrich-Wilhelm Bähr aus Diemelsee-Adorf als Gastgeber beim Festabend im Kurhotel Hochsauerland 2010 in Willingen vor.

Text und Fotos: Herbert Vöckel